Bürgerbeteiligung neu denken

"Die Freiheit uns selbst und unsere Städte zu erschaffen und immer wieder neu zu erschaffen ist meiner Ansicht nach eines der kostbarsten und dennoch am meisten vernachlässigten unserer Menschenrechte."

David Harvey, Rebellische Städte, 2012

Woran denkst du, wenn du an „Stadt“ denkst? An Straßen und Gebäude? Oder doch eher an viele unterschiedliche Menschen, Stimmengewirr und Vielfalt? Die Stadt umfasst sowohl gebaute als auch gelebte Faktoren. Ohne ihre Bewohner:innen und Nutzer:innen, die die Stadt und das Stadtleben tagtäglich formen, wäre die Stadt nur eine leere Hülle. Gleichzeitig hängt das Stadtleben aber auch von dieser Hülle ab: breite Straßen, kahle Häuser und hohe Mieten erzeugen ein anderes Leben in der Stadt als eine bunte und vielfältige Architektur, große Plätze und bezahlbarer Wohnraum. Stadtleben und die Stadt als Hülle bedingen sich also gegenseitig. Die Städte zu erschaffen und immer wieder neu zu erschaffen, bezieht sich sowohl auf bauliche und strukturelle Faktoren als auch auf das urbane, das städtische Leben an sich – und damit letztlich auf jede:n Einzelne:n: unsere sozialen Beziehungen, unser Verhältnis zur Natur, unser Lebensstil, die Frage, wer wir eigentlich sind und in welcher urbanen Gemeinschaft wir leben wollen.

Wenn wir das beachten, dann können wir besser verstehen, was in den Städten passiert – oder was passieren sollte. Schließlich stellt sich in anbetracht von Spekulationsflächen wie dem Grand Central Gelände und dem Glasmacherviertel, aber auch realisierten Projekten wie dem Le Flair, dem Grafental und vielen anderen Orten die Frage: Wer gestaltet und erschafft denn nun eigentlich die Stadt? Wer definiert diesen Lebensraum und seine Bedingungen – und wie? Mit welchen Zielen und welchen Auswirkungen? Haben Bürger:innen, die am Ende immer wieder die Stadt ausmachen, tatsächlich die Möglichkeit, sie immer wieder zu erschaffen und immer wieder neu zu erschaffen – entsprechend ihrer Lebensrealität, ihrer Wünsche, Hoffnungen und Bedarfe? Und was bedeutet das eigentlich?

Das versuchen wir mit der Planwerkstatt herauszufinden. Möchte man tatsächlich einer breiten Bürgerschaft die Möglichkeit geben, ihre Lebensräume aktiv mitzugestalten, so gilt es, Bürgerbeteiligung grundsätzlich neu zu denken. Nur dann steht nicht die bloße „Befriedung“ und die Optimierung einer Stadt als Ware im Vordergrund, sondern ein radikales Verständnis urbaner Demokratie. Was genau das bedeutet, müssen wir herausfinden. Dabei gibt sich die Planwerkstatt nicht mit schnellen Lösungen und schickem Methodenzauber zufrieden. Stattdessen versuchen wir herauszufinden, was eine demokratische Gestaltung und Entwicklung von Städten bedeuten kann und wie sich das in die Praxis übersetzen lässt – bezogen auf die Prozesse in Flingern-Süd, aber auch weit über die Grenzen des Stadtteils hinaus.

3. Ort

In aller Kürze beschreiben sie Orte des geselligen, informellen öffentlichen Lebens. Geprägt wurde der Begriff

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